Katholische Pfarrgemeinde Maria Geburt
kath. Pfarramt Langenlonsheim
Obere Grabenstraße 29
55450 Langenlonsheim

E-Mail:
pg.unterenahe@gmail.com
www.untere-nahe.de


Wussten Sie, dass von der Kath. Kirche in Bretzenheim die örtlichen Gottesdienste und das Programm des Kölner Domradios gesendet wird?
Schauen Sie doch mal im Internet vorbei und informieren Sie sich über das vielfältige Programm und die Empfangsmöglichkeiten unter  Domradio Studio Nahe.

Evangelische Friedenskirche

Pfarrer Wolfgang Lermen
Stephanskapellenweg 4
55559 Bretzenheim
Tel. 0671/31760

E-Mail:
bretzenheim@ekir.de

www.ev-bretzenheim.de

Katholische Kirche „Maria Geburt“

Als eines der augenfälligsten Bauwerke der Fürstenepoche von Bretzenheim (siehe Geschichte unter der Rubrik „Über den Ort“) gilt die Kirche, die zwischen 1789 bis 1791 als Simultankirche errichtet wurde. Nach Plänen des Koblenzer Bauingenieurs H. Faxlunger entstand sie unmittelbar neben dem Platz der Vorgängerkirche und schloss nun die Kirchstraße und somit das damalige „Regierungsviertel“ nach Westen hin ab. Der Unterbau des Turmes der alten Kirche wurde beibehalten und in den Neubau integriert. Lediglich die Turmhaube wurde dem Baustil des Barock angepasst und erhielt eine abgestumpfte Schweifkuppel. Die Baulasten waren so verteilt, dass die Koste für das Langhaus vom Fürsten von Bretzenheim, die für den Chor vom Grafen von Ingelheim (als Inhaber jahrhundertealter Zehentrechte) und für den Turm von der Ortsgemeinde Bretzenheim zu tragen waren. Die Altäre stiftete die Familie des Fürsten und so zieren heute noch die Wappen des Fürsten, seiner Schwestern und seiner Gattin, einer Prinzessin von Oettingen-Spielberg, den Sockel des Hauptaltares und den Kopf der Seitenaltäre. Eine Fürstenloge mit den aufgesetzten Initialen „CA“ des Fürsten Carl August von Bretzenheim wurde über der Sakristei errichtet und beheimatet heute das Pfarrradio (weitere Informationen zum Pfarrradio finden Sie unter der Rubrik „Studio Nahe“).
Die von dem kurpfälzischen Hoforgelbauer Andreas Krämer 1791 in Heidelberg gefertigte Orgel erhielt ihren Platz auf der über der Eingangseite auf zwei Säulen ruhenden Empore.Ein Pfarrstuhl für den evangelischen Pfarrer stand an der linken Seite des Langhauses, da der Chor und die Sakristei nur den Katholiken zustand. Gegenüber dem Pfarrstuhl standen Kanzel und Beichtstuhl, die allerdings heute nicht mehr vorhanden sind.
Die große Glocke (Ton ES) stammt noch aus der Vorgängerkirche und wurde 1517 gegossen, wogegen  die mittlere Glocke (Ton C) eine Schenkung der Schwestern des Fürsten (Friderica Fürstin zu Lindau und Eleonora Reichsgräfin von Leiningen geborene zu Bretzenheim) aus dem Jahre 1790 war. Die Herkunft der kleinen Glocke (Ton B) ist nicht mehr nachweisbar. Das gesamte Geläute wurde nach dem 2. Weltkrieg durch Glocken aus Stahlguss ersetzt.
Im Jahre 1954 wurde das Simultaneum aufgelöst, nachdem sich die evangelischen Christen eine eigene Kirche gebaut hatten, die evangelische Friedenskirche. Die Kirche „Maria Geburt“ ging in den alleinigen Besitz der Katholiken über.

(entnommen aus: Hans Schneider: Bretzenheim a.d.Nahe – „Wenn Steine erzählen“ –  Ein illustrierter Führer zu baulichen Zeugen der Bretzenheimer Geschichte.Fotos: Heinz Kunz)

Weitere ausführliche Informationen erhalten Sie aus dem Band 3 der Bretzenheimer Hefte: 200 Jahre Katholische Kirche „Maria Geburt Bretzenheim.“

Evangelische Friedenskirche

Nebenstehend einige Innenansichten der evangelischen Friedenskirche und zwei Fotos des Farbglasfensters von Maya B.Albrecht, Klein-Winternheim. Bitte klicken Sie die Bilder für eine große Darstellung an. Zu diesem Fenster einige Grundgedanken:

Frieden –  Gegensätzliches, das vorher im Kampf lag – wird zu einer Harmonie zusammengeführt. Jedes Einzelne wird in seinem Sosein erkannt, in seinem Anderssein respektiert, für wichtig erachtet und hat seinen Platz im großen Ganzen.

Das Friedensfenster in der Narthexwand blickt Richtung Süden auf das Rheinwiesenlager für Kriegsgefangene (1945) und den Ort der Kreuznacher Friedensgespräche zwischen Adenauer und De Gaulle (November 1958), die der jahrhundertealten „Erbfeindschaft“ zwischen Deutschland und Frankreich eine neue Freundschaft und Partnerschaft entgegensetzten.

Die linke Bildhälfte zeigt im Bereich des Rosenrunds einen zuschlagenden Täter und einen Menschen als Opfer sowie eine Kampfszene zwischen zwei Hähnen in den Farben der französischen und der deutschen Nationalflagge.
Im unteren Bereich schlafen in einer Erdkuhle Menschen, wie es von den Kriegsgefangenen im Lager berichtet wird. Nicht wenige sind dabei in einem besonders kalten Winter zu Tode gekommen.

In den Randbereichen sind die Elemente Wasser, Feuer – Licht, Dunkelheit und Tag – Luft und Erde symbolisiert. Seit der Antike beherrscht die Vorstellung der vier Element europäisches Denken. Diese sind nur im ausgewogenen Miteinander lebensfördernd. Überwiegt nur eines entstehen problematische Zustände. Harmonie und Ausgewogenheit sind darum anzustreben.

Das Fenster ist nahezu quadratisch, daher bietet sich die Mandalaform an, eine Rundform, vergleichbar der Sonne oder Rose einzusetzen. Die Mitte wird frucht- und samenartige Formen bestimmt. Die Farbgegensätze Rot und Grün – in Ausgleich gebracht – können Lebendigkeit, Blühen, Liebe, Lebensfülle vermitteln: Gottes Geschenk an uns, wenn wir uns dem Strom des Geistes und der Lebensenergie und dem Frieden öffnen.

Über allem schweb der Hilige Geist in From einer Taube herab, wobei das Violett als Farbe der Spiritualität die Verbindung mit dem Geistigen symbolisiert.
Rechts der Mitte stehen Personen versöhnt zusammen und schauen zum Höhenzug des Hunsrücks. Der Regenbogen – Zeichen der Versöhnung Gottes mit uns Menschen oben rechts – zeigt in Richtung des Altares.

Entstehungsprozess

Erste Aquarellentwürfe wurden in der Gemeinde diskutiert, ein Entwurf ausgewählt, als Zeichnung auf die passende Größe gebracht. Dann wurden in der Glasfirma Derix die Gläser ausgewählt (z.B. mundgeblasene durchgefärbte Antikgläser, Gläser mit Farbschicht). Weiter Farben wurden von dem Glasmaler P.Weißer mit AirBrush aufgetragen, z.T. auch Farbe weggeätzt.Ich habe zwischenzeitlich in der Werkstatt des Glasstudios Derix in Taunusstein schwarze Linie zum Einbrennen aufgetragen und immer wieder die Farbharmonien geprüft. Nach dem Verbleien in der „mittelalterlichen“ Technik erhielt das Fenster auswärts seine Isolierverglasung zur Sicherheit. Maya B.Albrecht, April 2016